Lisa – Tetzner-Schule, Neukölln Hasenhegerweg 12 - 12353 Berlin - Telefon: 6045065 - E-Mail: berlin.08g34@t-online.de

Spielgruppe: Kleine Knirpsengruppe: 15 SchülerInnen der 3. Klasse


Leitung:
Andrea Nestler Michael Assies assies@lisa-tetzner.de

Titel des Stückes:

Die Bremer Stadtmusikanten


Inhalt:
Der alte Esel lebt beim Müller in der Mühle. Ihm tun alle Knochen weh, dennoch wird er vom Müller gnadenlos drangsaliert, geschupst und getreten und muss nach wie vor die schweren Säcke tragen. Da taucht ein Bremer Stadtmusikant auf, der ein Lied in der Hoffnung vorträgt, vom Müller eine Spende zu bekommen. Der und seine Frau jagen ihn aber mit hämischen Sprüchen vom Hof. Der alte Esel beschließt darauf hin, die Mühle zu verlassen und nach Bremen als Sänger zu gehen, weil es sich dort offenbar trefflich leben lässt und die Bewohner bereitwillig für jeden Gesang Geld aus dem Fenster werfen, womit das Auskommen gesichert wäre.
Auf seinem Weg dahin trifft er auf Tiere, die ein ähnliches Schicksal haben wie er und die bereitwillig mit dem Esel nach Bremen gehen wollen, um ihrem trüben Schicksal zu entgehen. Da ist der alten Hund, der von seinem jungen Herrchen seines Alters wegen zunehmend gehänselt wird. Da ist der Kater, dessen Herr von ihm erwartet, Mäuse zu jagen und zu fressen, obwohl er eigentlich nur noch ruhig hinter dem Ofen sitzen will und Mäuse als Mahlzeit verabscheut. Und da ist der Hahn, der in die Suppe kommen soll.
Alle zusammen sind auf dem Weg nach Bremen, als sie im Wald ein Haus entdecken. Ein Blick durch die Fenster zeigt, dass darin Räuber wohnen, die sich an ihrem Diebesgut erfreuen und üppig zu Abend essen. Mit lautem Geschrei jagen die Tiere die Räuber aus dem Haus und stellen sich sofort auf den Versuch der Räuber ein, das Haus samt Diebesgut zurückzugewinnen. Auch diesen Angriff können sie abwehren. Als sie neue Kräfte für den weiteren Weg nach Bremen gesammelt haben, kommt ihnen die Idee, auf die Kariere als Stadtmusikanten zu verzichten und lieber fortan im Räuberhaus ihren Lebensabend zu bestreiten.

Erarbeitung

Mit den Kindern werden zunächst Basics des Theaterspiels erarbeitet. Die Geschichte steht zwar fest, der Text ist aber noch nicht ausgeteilt. Wichtig ist uns zunächst eine theatrale Körperlichkeit ganz allgemein zu entwickeln und in einem nächsten Schritt diese gezielt aufgebaute Energie für die Ausformung der notwendigen Charaktere zu nutzen. Für diesen Prozess müssen wir vergleichsweise viel Zeit aufwenden, weil die Kinder entweder unkonzentriert und fahrig sind und somit sehr schnell wieder in private Verhaltensmuster zurückspringen oder nur schwer massive Hemmungen überwinden können.
Die investierte Zeit aber lohnt sich aber allemal, weil sich langsam ein Verständnis und eine Bereitwilligkeit aufbaut. Allerdings muss auch ein eigentlich sehr spielfreudiger und begabter Junge aus der Gruppe gewiesen werden, weil er durch sein permanentes Machogehabe viele positive Ansätze im Keim ersticken lässt.
Nach der Beruhigung der Gruppensituation lässt sich nun auch konstruktiv an den Szenarien arbeiten. Aber wir benötigen auch weiterhin viel Zeit. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass die TeilnehmenInnen teilweise noch sehr kindlich sind und nach kurzem Energiestoß leicht ermüden. Außerdem können nicht alle das Erarbeitete memorieren, sodass wir viel Wiederholungsphasen einbauen müssen. Allerdings baut sich zunehmend ein kollektives Bewusstsein auf, sodass sich die Kinder zunehmend auch gegenseitig helfen.
Kulissen verwenden wir nicht, sondern nur Stühle, wenige Requisiten und einen Schirm. Mit diesem und mit Kissen wird die erste Szene gestaltet. Vor einem Kind, das den sehr großen Schirm nach vorn hin zum Publikum dreht, baut sich eine menschliche Maschine auf, die die Säcke füllt und am Ende auswirft. Die Kissen also stellen die Säcke dar, die der Esel tragen muss.
Erst in der folgenden Phase des Erarbeitungsprozesses werden die Texte ausgegeben. Auch hier zeigt sich, dass die Merkfähigkeit für den entsprechenden Text sehr unterschiedlich ist.
Eine inhaltliche und dramaturgische Klammer stellen die Lieder dar, die die jeweils erreichten Stationen in der Geschichte noch einmal auf den Punkt bringen. Hier finden die Kinder schnell Zugang. Die Musik gibt ihnen zum Teil auch Halt und Orientierung. Dennoch benötigt deren Erarbeitung auch Zeit, sodass wir insgesamt in einen Erarbeitungsstau geraten. Zwangsläufig wird die Zeit zur Aufführung hin folglich immer knapper.
Die Aufführung wird schließlich dadurch erschwert, dass eine Schülerin, die eine zentrale Rolle in dem Stück spielt, ohne Benachrichtigung nicht erscheint. Dadurch klafft eine Lücke, die nur notdürftig überspielt werden kann und die die Gruppe insgesamt aus dem Trott wirft mit erheblichen Verunsicherungen während des gesamten Auftrittes.
Dennoch hat sich die Arbeit gelohnt, denn die Kinder sind ja zumeist sehr regelmäßig zu den Gruppentreffen gekommen und es hat sich auch so etwas wie ein Gruppenbewusstsein entwickelt. Vermutlich hätten wir als Spielleitung schon sehr früh das Projekt eindampfen, vielleicht auf wenige Szenen reduzieren müssen.