Zürich-Schule, Neukölln
Wederstraße 49  in 12347 Berlin, Tel: 030 60902970, www.zuerich-gs.cidsnet.de, berlin-08G23@versanet.de

 

Gruppe: Klasse 5b, 22 Mitspielerinnen, teilweise in Doppelbesetzung, wobei bei dem Stück 13 Spielerinnen auf der Bühne standen.

Leitung: Sonja Scherfer, berlin-08G23@versanet.de

Fotos: Karl-Heinz Franzen


Titel des Stückes:

Schneewittchen und die Rocker
Stückbeschreibung:
Das Stück „Schneewittchen und die Rocker“ trägt den Untertitel „Ein Märchen aus modernen Zeiten für große Kinder“ und erzählt das bekannte Märchen einmal anders. Schneewittchen, inzwischen in der Pubertät und voll auf Kontra, eröffnet ihrer Mutter, dass sie nur noch weg von ihr will und zu den sieben Rockern ziehen möchte. Die Mutter lässt ihre Tochter daraufhin von zwei trotteligen Detektiven beschatten.

Bei den sieben Rockern angekommen, verläuft die Sache aber nicht so wie geplant. Die Motorrad-Freaks freuen sich über Schneewittchen, weil sie sie wunderbar zum Kochen und Putzen gebrauchen können. Nun tritt der Prinz in Erscheinung, der Schneewittchen aus diesem Milieu wieder rausholen soll und es anfangs auch will. Das Mädchen ist aber wenig begeistert von der Aussicht, den Prinzen zu heiraten und dieser weigert sich rundheraus, Schneewittchen zu küssen. Eine Aufgabe, für die er schließlich die Detektive einspannt, die dann aber eine Extrabelohnung von der Königin haben wollen.
Durch das Märchen geführt werden die Zuschauer von der zunehmend genervten Erzählerin bzw. dem Erzähler. Dieser ist einerseits liebenswürdig dem Publikum zugewandt, andererseits muss er aber immer wieder die Schauspieler zurecht weisen, wenn sie zur falschen Zeit auf der Bühne erscheinen, ihren Text nicht können oder ihm das Märchenbuch aus der Hand reißen, weil sie erst einmal untereinander diskutieren müssen, wie denn nun das Stück weitergeht.

Der Reiz dieses Stückes liegt vor allem in den untypischen Figuren, den „ungewollten“ Pannen und den Reaktionen der Märchenerzählerin hierauf, der zudem auch noch spontan auf die wirklich ungewollten Pannen, z.B. einen Vorhang, der sich nicht schloss oder Licht, was zu Unzeiten ein- und ausging, rollengerecht reagieren musste.

Zur Entstehung:

Das Stück wurde von dem Oldenburger Autor und Gymnasiallehrer Erhard Brüchert unter dem Titel „Schneewittchen un de Rockers“ auf plattdeutsch verfasst und dann von der Spielleiterin ins Hochdeutsche übertragen, wobei Schneewittchen zusätzlich eine berliner Sprachfärbung bekam. Mit Hilfe der Kinder und einiger Kollegen wurde das Stück dann noch weiter verändert. Aus einem Detektiv wurden zwei und die Kinder dachten sich während des Spiels noch Text aus, der hinzugefügt wurde und zu dem jeweiligen Schauspieler passte.
Entstanden ist das Stück innerhalb eines Jahres im Rahmen der berufsbegleitenden Weiterbildung „Darstellendes Spiel an Grund- und Förderschulen“. Geprobt wurde mit einer fünften Klasse. Dies hatte den Vorteil, dass sich die Kinder untereinander schon kannten und der Unterricht Pflicht war, jedoch den Nachteil, dass im Gegensatz zu einer AG auch die nicht ganz so theaterbegeisterten und schauspielerisch begabten Kinder teilnehmen mussten. Ein weiteres Problem war, dass die Proben nur in der siebten und achten Stunde stattfinden konnten. Hier konnten einige Schüler regelmäßig nicht kommen bzw. waren auch von den vorangegangenen sechs Unterrichtsstunden oft nicht mehr fähig, noch einmal eine große Konzentrationsleistung auf sich zu nehmen. Dennoch überraschte bei vielen Schülern die Fähigkeit, eigenständig ihre Rolle umzusetzen und auszugestalten. Die Kinder kamen mit vielen eigenen, oft sehr guten Vorschlägen und es wurde manch verborgenes Talent entdeckt. Insgesamt waren die Proben zwar für alle Beteiligten ein hartes Stück Arbeit (trotz regelmäßiger Motivation durch Schokolade), aber letztendlich waren alle stolz auf die eigene Leistung und darauf, gemeinsam etwas auf die Bühne gebracht zu haben.